Es ist so leicht...

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Ein paar Worte von mir:

Seit August 2010 bin ich Vegetarierin. Seit dieser Zeit bin ich überzeugt davon, dass es nicht richtig ist, Tiere zu töten und ihr Fleisch zu essen.

Doch selbst als ich anfing mich vegetarisch zu ernähren, empfand ich Veganer als extrem. Auch ich konnte mir nicht vorstellen, keine Milch, keine Eier und keinen Käse mehr zu essen.
Ich hatte einmal in einer Zeitschrift ein Interview mit einer Veganerin gelesen, die unter anderem sagte, Vegetarier seien nicht konsequent genug und habe das damals nicht verstanden. Ich habe jedoch auch nicht weiter hinterfragt, was genau die Beweggründe für Menschen sind, die bewusst auf tierische Produkte verzichten.


Seit Januar 2014 esse ich selbst vegan. Nicht, weil es vielleicht gesünder ist. Sondern aus rein ethischen Gründen.

Ich weiß nicht, ob man es irgendwie nicht wissen will. Ich weiß nicht, weshalb man sich nicht genauer darüber informiert, wie zum Beispiel die Milch in unsere Regale kommt und welches unsagbare Leid dahinter steckt. In Zeiten des Internets wäre es so einfach, all dies herauszufinden. Ein paar Stichworte in Google eingegeben und man hätte Antworten.

Ich weiß nicht, weshalb ich mich bis vor kurzem nicht noch intensiver mit dem Thema "Massentierhaltung" beschäftigt habe. Obwohl ich Vegetarierin war, seit vier Jahren, habe ich nicht versucht, noch mehr hinter die Kulissen zu blicken.


Jetzt schon. Und es ist sehr beängstigend.

Es ist erschreckend, wie wenig man weiß. Wie wenig jeder weiß. Wie wenig man hinterfragt.

Man verurteilt Pelzträger. Aber es macht für mich keinen Unterschied mehr, ob man Pelz trägt, Fleisch isst, Milch trinkt oder Eier isst.

Bei alldem werden Tiere auf das Unwürdigste ausgebeutet, gequält, ihrer Freiheit und ihrer natürlichen Bedürfnisse beraubt und zu guter Letzt getötet.

In Deutschland werden jährlich rund 50 Millionen männliche Küken kurze Zeit nach ihrer Geburt lebendig geschreddert. Oder vergast.

Weshalb? Weil sie weder als Masthuhn noch als Legehenne "zu gebrauchen" sind. Sie sind wirtschaftlich betrachtet nichts wert. 50 Millionen. Pro Jahr. Nur in Deutschland.

Kühe werden künstlich befruchtet. Immer wieder, damit sie Milch geben. Denn wie auch menschliche Frauen geben sie nur Milch, wenn sie Nachwuchs bekommen. Doch darauf, dass dies auf natürliche Weise geschieht, wird nicht gewartet. Deshalb werden die Kühe immer wieder künstlich befruchtet. Das Kalb wird ihnen kurze Zeit später weggenommen und landet als Kalbfleisch auf unseren Tellern. Das traumatische Erlebnis des Wegnehmens ihrer Kinder muss die Milchkuh immer wieder erleiden. Bis sie nach ein paar Jahren nicht mehr genug Milch gibt. Dann landet sie auf der Schlachtbank.

Hühner werden in Massen gehalten. In stickigen, dreckigen und engen Hallen. Inmitten der Menge liegen verendete Tiere. Die Hühner werden derart überzüchtet, dass ihre Skelette die eigenen Fleischmassen nicht mehr tragen können und sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Die Tiere werden krank und wahnsinnig. Sie kratzen und beißen sich blutig. Verletzen sich gegenseitig und reißen sich einander die Federn aus. Damit sie sich wenn möglich nicht gegenseitig töten, stutzt man ihnen die Schnäbel – ohne Betäubung.

Ebenso wie man Schweinen ohne Betäubung die Ringelschwänze abschneidet, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen. Weil sie damit vor lauter Angst und Panik wild um sich schlagen.


Heute weiß ich mehr über das genaue Vorgehen in der Tierhaltung.

Es ist furchtbar genug, dass all dies geschieht. Hinter verschlossenen Türen. Dass den Menschen mittels Werbung glückliche Kühe auf der Weide vorgegaukelt werden.

Es ist schlimm genug, dass die Schlachthäuser bewusst dorthin gebaut werden, wo die Menschen nicht die Massen an schreienden Tieren mitbekommen, die täglich hineingekarrt werden.

Schlimm genug, dass man so lange braucht, bis man dahinter kommt.

Aber gut, dass es immer mehr tun. Dass immer mehr Menschen nicht mehr dazu beitragen möchten, dass durch die eigene Nachfrage das Angebot an tierischen Produkten wächst.

Ich möchte auch nicht mehr dazu beitragen. Ich weiß, dass die vegane Ernährung und Lebensweise vielen Menschen fremd ist. Wir alle wachsen wie selbstverständlich mit dem Konsum von tierischen Körpersäften und Körperteilen auf. Mit der veganen Ernährung ist in den Köpfen der meisten Menschen unmittelbar die Vorstellung des Verzichts und des Nährstoffmangels verbunden.

Aber dieses Bild ist nicht richtig.

Ich selbst habe schnell festgestellt: Es ist leicht vegan zu essen. Ich ernähre mich heute gesünder und ausgewogener als früher! Und auch in anderen Lebensbereichen wie zum Beispiel Kleidung und Kosmetik alternative Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe zu finden ist nicht so schwer, wie ich ursprünglich dachte.

  

      vegan                 Unbenannt-1

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